Mein sprachwissenschaftliches Interesse hat mit meinem germanistischen Studium begonnen. Zur Sprachgeschichte haben mich verschiedene äußere Umstände gebracht, denen ich meine derzeitige fachliche Ausrichtung verdanke. Insbesondere die Unterstützung im Institut für Germanistik der Universität Leipzig hat viel zu meiner Ausrichtung und Begeisterung für die historische Syntax des Deutschen beigetragen. In der Forschung und Lehre ist es mein Ziel, das zu untersuchende sprachliche Phänomen ganzheitlich in seiner kulturellen und geistesgeschichtlichen Bedeutung zu erfassen, und auch umgekehrt, wie diese sich auf das Phänomen auswirken. Insbesondere den sich in seiner Qualität stets wandelnden Zusammenhang von Logik und Grammatik/Semantik herauszustellen, ist mir eine Herzensangelegenheit.
Hauptschwerpunkt meiner Forschung betrifft die Entwicklung der Nominalgruppenstruktur im Deutschen in historischen Sprachstufen. Dabei ist von besonderem Interesse die Besetzung der Determinativposition und die Ausbildung der sprachlichen Funktion Determination wie auch die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten derselben.
Kenntnisse und Forschungsinteressen beziehen sich in der Hauptsache auf die Perioden des Frühneuhochdeutschen und des frühen Neuhochdeutschen. Die Perioden des Althochdeutschen und des Mittelhochdeutschen sind jedoch in meinem Forschungskontext ebenso relevant und präsent.
Für meine linguistische Forschung ist die Anwendung und ggf. Entwicklung grammatischer Theorien relevant, die sich in der Hauptsache auf Ansätze aus der generativen Grammatik und aus dem topologischen Feldermodell stützen. Wichtig sind also für meine Untersuchungen zur Nominalphrasensyntax unter Anderem die sogenannte DP-Hypothese und das Modell der Nominalklammerbildung.
Die Forschungsmethode der Korpuslinguistik wurde von mir zur Datenerhebung des Phänomens der mehrfachen Determination in Texten und Korpora zum Frühneuhochdeutschen bzw. zum frühen Neuhochdeutschen eingesetzt. Ich habe annotierte Korpora verwendet, wie das maschinell annotierte Deutsche Textarchiv (nach STTS) und das Bonner FrühneuhochdeutschCorpus (jetzt integriert in das Referenzkorpus Frühneuhochdeutsch der Ruhr-Uni Bochum), als auch eine Sammlung verschiedenartiger durch Texterkennung digitalisierte Texte, die ich händisch annotiert und ausgewertet habe, unterstützt durch Software wie AntConc oder CATMA.